Ein Blechgockel auf der Frauenkirche

Eines gibt es an Joachim Gauck, das wirklich bewundernswert ist: Wie er es jedes Mal wieder schafft, den reaktionärsten Schund sprachlich so zu verpacken, dass ihn niemand zu erkennen scheint: Nicht die revisionistische Rechte, die ihn verehren sollte, die ihn aber großteils hasst, nicht die bürgerliche Presse, die ihn kritisieren sollte, aber hochleben lässt, nicht die Linken, die ihn richtiger Weise ablehnen, aber leider meist aus den falschen Gründen, und schon gar nicht unsere „progressiven Kräfte“ aus der Sozialdemokratie und den Grünen, deren Unvermögen, Gauck richtig einzuschätzen, sich ja bereits in der trivialen Tatsache offenbart, dass er ihnen sein Amt verdankt. Nun hat er eine Rede zur Bombardierung Dresdens 1945 gehalten, und wieder ist das selbe Phänomen zu beobachten: Die Presse vermeldet unisono, Gauck habe die Rede genutzt, um vor Relativierung deutscher Kriegsschuld zu warnen, und in den Kommentarspalten „erhebt“ sich ein nicht unwesentlicher Teil des „deutschen Volkes“, beklagt sich über den immer noch nicht gezogenen Schlussstrich und wünscht seinem Ersatzkaiser die Pest an den Hals.

Es ist ein Jammer, dass unsere Rechten gerade in diesem Fall auf die ihnen so verhasste „Lügenpresse“ vertrauen – sie sollten Gauck zuhören, und es besser wissen. Die Relativierung, vor der er angeblich warnt, betreibt er nämlich selbst: Nicht weniger als jene, nur weniger plump.

Die Formel, die hierfür bei Gauck zur Anwendung kommt, ist nicht neu im postnazistischen Deutschland, sie lautet: Im Leid seien alle gleich. Der geläuterte Deutschnationalist von heute gibt freimütig zu, dass Deutsche Täter waren, – den Teil haben Spiegel und Zeit noch mitbekommen – nur um dann – den haben sie leider verschlafen – sogleich die Leiden der Täter und Opfer, der Invasoren und Verteidiger zu parallelisieren und implizit gleichzusetzen:

„Viele Städte haben im Krieg schreckliche Bombardements erlitten. Städte, die von Deutschen angegriffen wurden: [D]as polnische Wielun, Rotterdam, Belgrad, London, Leningrad oder Coventry. Auch Städte, über denen alliierte Piloten ihre Bomben abwarfen: Kassel, Darmstadt, Essen, Lübeck, Berlin, Würzburg, Swinemünde oder Pforzheim.“

Denn richtiges Erinnern nach Gauck ist solches, das das „Schicksal aller Opfer“ in den Mittelpunkt stellt: Der angesehene SS-Offizier, der in den Flammen Dresdens umkam, und die namenlose Frau aus Leningrad, deren Ehemann in Auschwitz planmäßig vernichtet wurde, gleichwertig nebeneinander, vereint in ihrem „Schicksal“, immerhin seien sie „[unterschiedslos] vernichte[t]“ worden – der Mann spricht, als hätten die Nazis dieses Land vom Mars aus invasiert, als hätte die Mehrheit der deutschen Bevölkerung keine Wahl gehabt, als sei ihr „Schicksal“ nicht selbstgewähltes Elend gewesen, als hätte sie das „Schicksal“ der Anderen nicht millionenfach durch aktives Handeln besiegelt.

Für jene, die den dezent-liberal abgemilderten Opferkult nicht mitmachen möchten, ergo eine von Gauck abweichende Meinung vertreten, hält der sein liebstes Werkzeug verbaler Züchtigung bereit: Die gute, alte Totalitarismus- oder Extremismustheorie. Wer nämlich eine der der Nazis vollständig entgegenstehende Position vertritt, sei lediglich ins andere Extrem übergetreten und damit – Überraschung! – doch wieder so eine Art Nazi:

„[Die Zahl der Toten liegt bei] 25.000. Dennoch werden von einigen weiter höhere Opferzahlen behauptet, um alliierte Angriffe gegen nationalsozialistische Menschheitsverbrechen aufzurechnen, deutsche Schuld also zu relativieren. Und von anderer Seite wird das Flächenbombardement trotz des ungeheuren menschlichen Leids als gerechte Bestrafung gebilligt, also eine Kollektivschuld unterstellt und deutsche Leiderfahrung gänzlich ausgeklammert.“

Was nun die beiden „Seiten“ jenseits des Dogmas, dass die „Mitte der Gesellschaft“ immer Recht habe – ein Befund, der gerade durch den Nationalsozialismus klar widerlegt wurde – und die „Ränder“ „extremistisch“ seien, verbindet, weiß Gauck allein. [1] Zu den Themen „Kollektivschuld“ und „deutsche Leiderfahrung“ aber will ich meine „linksextreme“ Position gerne beitragen:

Ja, es sind in Dresden auch Unschuldige gestorben – Kinder, die jungen Seelen mit Ideologie vergiftet, und die Wenigen, die, isoliert, umgeben von Wahnsinnigen und kühl kalkulierenden Mördern, das Denken und Handeln ihrer „Volksgenossen“ aufrichtig ablehnten. Beide Gruppen waren schon Opfer, als sie noch lebten, und im Tod erst recht. Aber sie waren eben keine „deutschen Opfer“, wie uns das der Herr Gauck weismachen will, sondern umgekehrt gerade selbst Opfer dessen, was damals „deutsch“ war. Nicht die Piloten der Royal Air Force waren ihre Mörder, sondern jene Deutschen, denen auf die Frage „Wollt ihr den totalen Krieg?“ nur ein lautstarkes „Ja!“ einfiel.

Das war die – im dritten Reich durchaus nicht schweigende, leider lautstarke – Mehrheit. Wer aber den totalen Krieg will, soll ihn auch bekommen, und wer wissentlich ein Spiel um Leben und Tod beginnt, kann es mitunter auch verlieren. Dieser Teil der „deutschen Opfer“ war zwar durchaus „deutsch“ im damaligen Sinne, aber „Opfer“ bestenfalls in seiner eigenen Selbstwahrnehmung.

„Deutsche Opfer“, Herr Gauck? Die gab es nicht. Nebst der Kinder, die sich irgendwann hätten entscheiden müssen, gab es Deutsche, und gab es Opfer, gab es chauvinistische Mörder, die sich verkalkuliert hatten, und gab es billigend in Kauf genommene Kollateralschäden im „totalen Krieg“ ersterer. Das Nationalismuskonzept in Deutschland zur Zeit des Faschismus basierte auf einer homogenen Gemeinschaft, aus der jene wenigen Andersdenkenden, die mit Recht als Opfer betrachtet werden können, dezidiert ausgeschlossen waren. Noch Jahrzehnte nach der totalen Niederlage galten sie Vielen als Verräter. Wie aber soll entschieden werden, ob eine Person zu einem Zeitpunkt „deutsch“ war, wenn nicht durch das in Deutschland dominante Konzept deutscher Zugehörigkeit zu eben jenem Zeitpunkt? Wenn die tatsächlichen Opfer Dresdens aber gar keine Deutschen waren, sondern wie Millionen anderer Menschen Opfer der Deutschen – welches Recht hat dann diese Nation, um jene als solche der Ihren zu trauern? Und vor allem: Welches Recht hat die Nation der Mörder, im Gedenken noch einige tausend der tatsächlich Ihren zu Opfern zu machen?

Zu solchen Schlussfolgerungen kann Gauck nicht kommen, sonst wäre er als Bundespräsident, als Repräsentant der deutschen Nation, reichlich ungeeignet. Ihm geht es darum, in der Abgrenzung zum Nationalsozialismus ein Nationalismuskonzept zu entwerfen, das sich des Schattens der lästigen Vergangenheit – zumindest bezüglich der alltäglichen Politik – entledigt, nämlich wendet er sich „gegen ein Gedenken, das, mal von rechts und mal von links außen, im Geiste eines übersteigerten oder umgekehrt eines negativen Nationalismus missbraucht werden soll.

Welche Position bleibt nun als einzig legitime übrig? Wohl nur Gaucks eigene, die des vermeintlich gemäßigten, geläuterten, gesunden Nationalismus. Nun offenbart sich die Lüge in einem rhetorischen Mittel, das Gauck in quasi jedem seiner Beiträge verwendet, und das – meines Wissens – bisher noch überhaupt keine Kritik erfahren hat: Wann immer er meint: „Ich vertrete ‚Position X‘.“, sagt er stattdessen freundlich lächelnd in die Kamera: „Wir wissen/fühlen/verstehen/etc., dass ‚Position X‘.“ In diesem Stil:

„Kein bleibender Groll hat sich in ihren Herzen eingenistet, und auch nicht in unseren. Vielmehr fühlen wir uns vereint in einem Gedenken, das getragen ist von unserer Hinwendung zu den Opfern und der Anerkennung ihres Leidens. In dem auch eine tiefe Empathie zum Ausdruck kommt, die uns Anteil nehmen lässt an dem, was Menschen als Folge des Krieges geschehen ist – sei es in London oder Warschau, in Leningrad, Dresden oder Breslau. Wir vergessen nicht – und stellen miteinander das Schicksal aller Opfer in die Mitte unseres Denkens und Fühlens.“

Dafür gehört dieser deutschnationale Gockel geohrfeigt – Beate Klarsfeld? Sonst jemand? Glaubt der Herr wirklich, dass, wer noch die Nummer am Unterarm trägt, die Sache mit dem gleichberechtigten „Schicksal aller Opfer“ genauso sieht? Nun mag er eine Meinung vertreten, die von der vieler Holocaustüberlebender abweicht, unverzeihlich aber ist, wie hier das Wort „wir“ verwendet wird. Es sagt nämlich: „Wir sehen das so.“, genauer: „Unser deutsches Wir konstituiert sich über diese Position.“, und damit auch: „Wer diese Position nicht teilt, gehört nicht dazu.“

Es ist dieser nationalistische Ausgrenzungsmechanismus, den Gauck fortwährend reproduziert, mal gegen ihm so verhasste Linke, mal gegen jene Opfer deutscher Raserei, die sich nicht mit „deutschen Opfern“ in einen Topf werfen lassen wollen, am Rande auch gegen „Spinner“, womit wohl deutsche Neonazis gemeint sein dürften, die in den letzten 25 Jahren fast 200 Menschen ermordet haben. [2]

Von besagten „Spinnern“ verlangt er, auf dass sie wieder in den Schoß des deutschen Kollektivs aufgenommen werden mögen, nur dieses eine: Dass sie dem offenen Geschichtsrevisionismus, dem offenen Antisemitismus, dem offenen Rassismus abschwören. Denn:

„Wer bereit ist, die Fixierung auf das eigene Schicksal zu überwinden, erfährt auch einen Akt der Selbstbefreiung.“

Versteht ihr nicht, ihr, die ihr eurem Ersatzkaiser die Pest an den Hals wünscht? Alles, was ihr tun müsst, ist euch zur deutschen Schuld zu bekennen, dann fällt die lästige Vergangenheit ab. Dann könnt ihr auch Sarrazin mutig finden, wegen Dresden herum jammern, oder in ein griechisches Märtyrerdorf reisen, den Menschen dort nichts als leere Phrasen präsentieren, und zugleich Merkels Austeritätspolitik unterstützen. Dann könnt ihr die brasilianische Fußball-Nationalmannschaft der Männer vernichtet sehen wollen, oder den russischen Staatschef mit Hitler parallelisieren. Gauck macht es vor, und er reicht euch die Hand: Ein Schritt der Selbstüberwindung, und ihr seid frei.

[1] Fun Fact am Rande: In der selben Rede wirft Gauck der SED – durchaus zu Recht – vor, an den Dresden-Diskurs der Nazis angeknüpft zu haben, und ordnet sie deshalb zwischen der NSDAP und heutigen Neonazis ein. Man kann es dem Herrn als Linker auch nicht Recht machen…

[2] Anhänger der Linkspartei hingegen gelten Gauck als „politische Reaktionäre in Rot“. Der Mann weiß Prioritäten zu setzen.

Rede Gaucks im Wortlaut:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/joachim-gauck-rede-zum-70-jahrestag-der-zerstoerung-dresdens-a-1018416.html

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Kein Vergeben, Kein Vergessen

„Wenn die nationale Borniertheit überall widerlich ist, so wird sie namentlich in Deutschland ekelhaft.“
(Karl Marx/Friedrich Engels)

„Deutschland muss sterben, damit wir leben können.“
(Slime)

„Wird eine Fußballweltmeisterschaft vom Radio übertragen, deren jeweiligen Stand die gesamte Bevölkerung aus allen Fenstern und durch die dünnen Wände der Neubauten hindurch zur Kenntnis zu nehmen gezwungen ist, so mögen selbst spektakulär verschlampte Gammler und wohlsituierte Bürger in ihren Sakkos einträchtig um Kofferradios auf dem Bürgersteig sich scharen. Für zwei Stunden schweißt der große Anlass die gesteuerte und kommerzialisierte Solidarität der Fußballinteressenten zur Volksgemeinschaft zusammen. Der kaum verdeckte Nationalismus solcher scheinbar unpolitischen Anlässe von Integration verstärkt den Verdacht ihres destruktiven Wesens.”
(Theodor W. Adorno)

„Wir sind die Mauer, das Volk muss weg!“
(Johnny Mauser)

„Die Existenz einer deutschen Nation nach 1945 ist ein Skandal.“
(Stephan Grigat)

„Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nicht verzeihen.“
(Zvi Rex)

Über der Nation, die mich am Tag meiner Geburt als Staatsbürger rekrutierte, ohne um Erlaubnis zu fragen, wehte zwölf Jahre lang die Hakenkreuzfahne. Damals definierte der Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei, Heinrich Himmler, eine deutsche Tugend auf folgende Weise:

„Ich meine die Judenevakuierung, die Ausrottung des jüdischen Volkes. (…) Von euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn hundert Leichen beisammen liegen, wenn fünfhundert daliegen oder wenn tausend daliegen. Und dies durchgehalten zu haben, und dabei – abgesehen von menschlichen Ausnahmeschwächen – anständig geblieben zu sein, hat uns hart gemacht und ist ein niemals genanntes und niemals zu nennendes Ruhmesblatt.“ [1]

Ein anderer „anständiger“ Deutscher, der damals ebenfalls seine vaterländische Pflicht erfüllte, war ein gewisser Josef Bayer – zu jener Zeit Gauleiter in Ravensburg. Seine genetische Reproduktion war gewünscht, während Andere zwangssterilisiert oder vernichtet wurden. Und es fand sich auch eine geeignete Partnerin im Reich, eine fanatische NS-Anhängerin bis zu ihrem Tod in den 90er Jahren… meine Urgroßmutter. Und das bin ich nun -: Ein Urenkel der Mörder, der weder zu vergeben noch zu vergessen bereit ist, weil es sachlich falsch wäre, aber auch, weil dazu überhaupt keine Berechtigung vorliegt. Als Teil einer Generation, in der es Mode geworden ist, mit einer flotten Bemerkung zur Großartigkeit Goethes über Shoa und Vernichtungskrieg hinwegzugehen, scheint mir ein solches Bekenntnis wichtiger denn je.

Zunächst muss auf den ersten und oberflächlichsten Einwand eingegangen werden, der immer schon in der Luft liegt, wenn die Sprache auf Deutschland und seine Vergangenheit kommt, jenem jämmerlichen Reflex also, der abstreitet, verharmlost, von sich schiebt, überhaupt jeden historischen Zusammenhang leugnet, obgleich doch der Nationalismus einer Kulturnation auf die Konstruktion einer bruchlosen Geschichte zwingend angewiesen ist, und der sich am Ende immer in der Frage manifestiert, was denn damals mit heute, was „ich“ mit „meinen Urgroßeltern“ zu tun habe. Ja, sagt es mir: Was? Was verbindet denn die deutschen Nationalisten mit dem großen Wolfgang von Goethe? Oder mit dem gewiss noch größeren Manuel Neuer? Die deutschen Nationalisten selbst konstruieren doch erst das Kollektiv über die Zeiten hinweg, in dessen Schoß sie sich flüchten, aber mit jenen „zwölf unseligen Jahren“, wie sich Klemmnazi Franz Schönhuber einst euphemistisch auszudrücken beliebte, wollen sie nichts zu tun haben, und verweigern zudem noch die selbstkritische Auseinandersetzung. Sie sagen „wir“ im Sinne einer „fettig-warmen Brühe“ [2], und als solche grenzen sie sich ab, von anderen Brühen. In ihrer „Identifikation (…) mit dem irrationalen Zusammenhang von Natur und Gesellschaft“, in dem sie „zufällig sich befinde(n)“ [3], wurzelt jene falsch Vorstellung, die die deutschen Nationalisten vor ihnen eben nicht missbraucht, auch nicht anders interpretiert, sondern lediglich konsequent zur Geltung gebracht haben.

Und nein, es geht auch nicht um irgendeine Form vererbter Schuld, ich bin ja kein Rassist, nicht einmal gegenüber selbstgerechten
Bio-Deutschen. Jedoch bringt die Shoa die Verpflichtung mit sich, „Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz sich nicht wiederhole, nichts Ähnliches geschehe“. [4] Da die Projektion der kapitalistischen Misere auf eine Personengruppe sowie deren anschließende Vernichtung als Option der Bewältigung kapitalistischer Krisen prinzipiell jeder Nation offensteht, gilt dieser Imperativ universell – in Deutschland und Österreich aber, wo die bloße Möglichkeit massenmörderische Praxis wurde, wäre seine gesellschaftliche Durchsetzung nicht nur am drängendsten, sondern stößt zugleich auch auf die schärfste Ablehnung – nicht obwohl, sondern gerade weil Auschwitz ein spezifisch deutsches Phänomen war . Von Shoa, Vernichtungskrieg und tausend anderen Verbrechen will man heute nämlich nichts mehr wissen, wie man ja schon nach Kriegsende „davon nichts gewusst“ hatte. Haben wollte.

Und wie hätte man als Volksgenosse auch „davon“ wissen sollen? Immerhin, so die postnazistische Geschichtsschreibung, lebten die bemitleidenswerte deutsche Bevölkerung unter einem Regime, welches sie gegen ihren Willen totalitär unterdrückt habe – wie die russische unter dem Stalinismus. Und so wird es dann wohl auch gewesen sein: Totalitär unterdrückt wankten die Deutschen in die Wahlkabinen, als die Republik noch lebte, totalitär unterdrückt machten sie ihr Hakenkreuz bei der NSDAP. Totalitär unterdrückt gingen sie in die Kinos, sahen „der ewige Jude“, „die Rothschilds“ und „Jud Süß“ nur unter Zwang, und sogar die tiefe Befriedigung, die sie dabei empfanden, wird wohl zwingende Konsequenz eines allgegenwärtigen Totalitarismus gewesen sein. Als sie die wenigen Widerständler denunzierten, waren sie totalitär unterdrückt, die Armen, sie konnten nicht anders. Als die Führung antisemitische Pogrome forderte, gehorchten sie schweren Herzens. Enteignen wollte die Juden niemand, allein, irgendwer musste ja die Läden weiterführen, solange jene wegen eines Arbeitseinsatzes im Osten vorübergehend verhindert waren. Und mit der Niederwerfung des Erbfeindes Frankreich nahm der Totalitarismus solche Ausmaße an, dass sich die als arisch geadelte Bevölkerung des dritten Reichs genötigt sah, ihrem selbst gewählten Führer ein sensationelles Maß an Zustimmung zu bescheren.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt war die Volksgemeinschaft hergestellt, war sie eben keine bloße Ideologie mehr, sondern täglich gelebte Praxis. Totalitarismus? Volksherrschaft, das wäre der richtige Begriff. Jene ahistorische Vorstellung von Demokratie, die als fratzenhafte Drohung schon im Hintergrund steht, wenn bürgerliche Politiker im Angesicht rassistischer Aufmärsche um Verständnis für die Ängste besorgter Bürger werben. Beim Verhalten dieser Politiker handelt es sich nicht mehr um bloße „repressive Toleranz“, die die „Tyrannei der Mehrheit“ stärkt und gegen die deshalb „der wirklich Liberale aufbegehrt“ [5], sondern um einen kühl kalkulierten Tabubruch, einen Pakt zwischen Volk und Regierung, der den Liberalismus an den Faschismus verrät und sich gegen die Minderheit richtet, die der Willkür der Mehrheit ausgeliefert wird. In diesem Sinn war der Nationalsozialismus demokratisch, wie auch die AfD, wenn sie das Selbstbestimmungsrecht schwangerer Frauen der Mehrheit zum Fraß vorwerfend eine Volksabstimmung über den Abtreibungsparagraphen fordert.

„Wir sind das Volk!“, der Ruf hallt jeden Montag durch die Straßen Dresdens, und man ist geneigt, den Rufern zuzustimmen. Jawohl, ihr seid das Volk, das stumpfe Kollektiv, das sich schon deshalb im Recht glaubt, weil es existiert, das mit seinen Tiraden gegen die „Lügenpresse“ bereitwillig „das ganze Projekt der Aufklärung über Bord“ [6] wirft, das keine Ratio braucht, weil ihm das gesunde Volksempfinden zu eigen ist, der „gesunden Menschenverstand“, wie sich Klemmnazi Bernd Lucke einst euphemistisch auszudrücken beliebte. Ihr seid eine beeindruckende Menge von Menschen mit einer beeindruckenden Menge dumpfer Parolen, eine konformistisch aufbegehrende Masse, die enttäuscht von der eigenen Obrigkeit diese „Volksverräter“ schimpft und nun zu quengeln gedenkt, bis eben diese Obrigkeit den Willen des Volkes doch noch vollstreckt, auf Kosten irgend einer Minderheit oder irgendeines demokratischen Prinzips. Gewiss, das Volk, wer wollte das bestreiten?

Unser bildungsbürgerliches Original-Volk hingegen reklamiert den Begriff, den sie für einen demokratischen halten, lieber für sich, weil sie sogar in der Auseinandersetzung mit den Völkischen noch deren Ausgrenzungsstrategie reproduzieren. Sie allein beanspruchen die politische Mitte, die Mitte der Gesellschaft zu sein. Nicht gegen das Prinzip der autoritär gesetzten Norm opponieren sie, sondern nur gegen die Setzenden, die als Konkurrenz erscheinen, nicht gegen die Idee einer per se im Recht sich befindenden Mehrheit, sondern nur gegen die eigene Furcht, künftig zur Minderheit zu gehören, wenden sie sich. Sie sind nicht gegen Deutschland selbst, aber bunt möge es sein. Während sich also das Volk, das sich montags in Dresden versammelt, noch grämt, weil die deutsche Vergangenheit sie daran hindert, sich dem Nationalismus vollständig, hemmungslos und mit letzter Konsequenz hinzugeben, haben die anständig Aufständischen hierzulande dieses Dilemma längst gelöst. Und zwar so:

„In anderen Ländern beneiden manche die Deutschen um dieses Denkmal. Wir können wieder aufrecht gehen, weil wir aufrichtig waren. Das ist der Sinn des Denkmals, und das feiern wir.“ [7]

Ja, der Mann – Eberhard Jäckel, Mitglied der sozialdemokratischen Partei und Historiker – redet vom Holocaustmahnmal. Ist das nicht schön? Nicht trotz, sondern wegen Auschwitz hassen „wir“ die Juden [8], nicht trotz, sondern wegen Auschwitz dürfen „wir“ endlich wieder stolz sein. Wegen „unserer“ kompromisslosen Vergangenheitsbewältigung. So bewältigt ist diese Vergangenheit, sie rührt sich kaum noch… Betäubt, geschlachtet und verwurstet in endlosen ZDF-Dramen, eine beständig sich wiederholende „nationale Festplatte“, die mittlerweile nicht einmal mehr
Spiegel-Journalisten zufrieden stellt. [9]

Das Elend liegt darin, dass die Nation eine notwendiges Gegengewicht zur ökonomischen Verwertung der Staatsbürger darstellt, das als umarmendes Kollektiv für das staatsbürgerliche Subjekt umso wichtiger wird, je stärker ihm die permanente Konkurrenzsituation, in der er sich befindet, zusetzt. Das macht sie für die bürgerliche Ideologie unverzichtbar. Selbst jetzt, wo in Dresden zehntausend „besorgte Bürger“ in den Farben des vermeintlich fortschrittlichen, demokratischen Deutschlands gegen „Islamisierung“, „Frühsexualisierung“ und die „Lügenpresse“ demonstrieren, also gegen das Fremde und die Aufklärung, lügen sich unsere Liberalen noch in die Tasche, dass hierzulande alles in Ordnung sei, und wenn es irgendwann hunderttausend wären, lögen sie sich noch immer in die Tasche. Der politische Liberalismus kann sich nicht seiner eigenen Grundlage berauben, so antidemokratisch, so reaktionär diese nationale Basis in Deutschland auch sein mag. Was immer passiert, sie werden auch in Zukunft „Chaoten“ und „Extremisten“ als Ursachen ausfindig machen und zugleich den Jahrestag des grausam überhöhten formaljuristischen Beitritts der ehemaligen DDR zur BRD feiern.

Damals, nach ihrer im nationalen Rausch vollzogenen „Wiedervereinigung“, brannten in der Nation, die mich am Tag meiner Geburt als Staatsbürger rekrutierte, ohne um Erlaubnis zu fragen, die Asylheime. Kurz vor der endgültigen, gewalttätigen Eskalation erklärte einer der damals besorgten Bürger den Unterschied zwischen „uns“ und „den Asylanten“ auf folgende Weise:

„Ich bin nicht ausländerfeindlich, aber wie die sich hier bewegen – das geht doch gegen jede deutsche Norm. Da sind wir Deutschen ganz anders: Für Sauberkeit, für Ehrlichkeit.“ [10]

Und sehr „anständig“, möchte man noch hinzufügen.

PS: Wenn ich auswanderte, wäre Deutschland dann nicht immer noch da? Eben. Der geneigte, nationale Leser erspare mir also diesen gewiss gut gemeinten, gleichwohl nutzlosen Ratschlag.

[1] https://www.youtube.com/watch?v=Ys01h-4fXAs
[2] http://www.textlog.de/tucholsky-wir-1920.html
[3] http://de.paperblog.com/theodor-wiesengrund-adorno-meinung-wahn-gesellschaft-907802/
[4] Th. W. Adorno, Negative Dialektik, S. 358
[5] http://www.marcuse.org/herbert/pubs/60spubs/65reprtoleranzdt.htm
[6] http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/journalismus-in-der-krise-das-ende-des-medienmonopols-a-1011015.html
[7] https://www.youtube.com/watch?v=POMiLSd3UbU&t=5m17s
[8] http://www.bpb.de/politik/extremismus/antisemitismus/37962/sekundaerer-antisemitimus
[9] http://www.spiegel.de/kultur/tv/tannbach-zdf-epos-mit-jonas-nay-heiner-lauterbach-und-martina-gedeck-a-1010635.html
[10] https://www.youtube.com/watch?v=zhNoRWPrj9g

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Marxismus und Opportunismus

Die Linkspartei ist in Erklärungsnot. Die verkappt faschistische Alternative für Deutschland (AfD) eilt von Sieg zu Sieg, und ausgerechnet ehemalige Wähler der Linken haben ihr diese Siege eingebracht. Nun ist die Betroffenheit groß – wie konnte das passieren? Rasch einigte man sich darauf, dass es sich bei den Abtrünnigen wohl um im Kern unpolitische Protestwähler handle. Diese Analyse ist reichlich bequem, denn dann gelte es natürlich, diese Protestwähler zurück zu gewinnen. Wie? Vermutlich so, wie sie auch ursprünglich überzeugt wurden: Mit jener traurigen Mischung von Anbiederung und Ressentiment, die nun seit neun Jahren das Auftreten der Linkspartei prägt.

Beabsichtigt sie, auch die nächsten neun Jahre so zu verfahren? Denn hier scheiden sich die Wege: Der breite, der die Partei als Selbstzweck ansieht, und der schmale, der zum Ziel führt. Seit neun Jahren nun ist zu beobachten, wie diese Organisation Prominente hervorbringt und Stiftungen gründet und Mitglieder in Talkshows entsendet und sich dabei immer wichtiger nimmt, kurzum: Wie sie zur Getriebenen der eigenen machtpolitischen Interessen geworden ist. Eben diese machtpolitischen Interessen haben sich gegen sie selbst gerichtet, denn die Interessen gieren nach Stimmenzuwächsen, denen die Organisation alles verdankt, aber das dafür notwendige linke Wählerpotential ist im antikommunistischen Deutschland gar nicht vorhanden. Und hier liegt der Anpassungsprozess begründet, der anfangs hoffnungsvolle Außenstehende mitunter verzweifeln lässt.

Nicht ausschließlich der Anpassungsprozess an den bürgerlichen Mainstream, den der nur scheinbar radikale Flügel der Linkspartei stets beschwört, sondern: Der an die deutsche Mehrheitsgesellschaft. Die Linkspartei hat sich wie ein Unternehmen unter dem Druck kapitalistischer Konkurrenz benommen, sie hat alles getan, was ihr Stimmen brachte, alles, was die Konkurrenten Stimmen kostete, und zwar im unerschütterlichen Glauben, dass der Kommunismus, den sich ihre Spitzenpolitiker aus genau diesem Grund nicht mehr beim Namen zu nennen trauen, umso näher rückt, je näher sie dem Status einer Massenpartei kommt.

Die Flügelkämpfe, die von der bürgerlichen Presse so voyeuristisch zelebriert werden, drehen sich letztlich um diese Frage: Wie kann die zum Selbstzweck gewordene Partei ihren Marktanteil erhöhen? Wie kann sie ihr inhaltliches Angebot der Nachfrage anpassen?

Die Antworten treiben bisweilen merkwürdige Blüten. Ob da der Herr Gysi nun den Herrn Otto Bismarck ehrt, in der NSA-Debatte deutsche Souveränität einfordert oder an den Nationalchauvinismus der Volksgenossen dergestalt appelliert, dass er Merkel nicht etwa für ihr verbrecherisches Handeln gegen Südeuropa kritisiert, sondern dafür, dass sie mit ihrer Europapolitik den deutschen Export gefährde – immer gilt es, rechts Stimmen zu sammeln, und zugleich zur bürgerlichen Seite hin die eigene Harmlosigkeit unter Beweis zu stellen, auf dass die netten Leute von Stern, Spiegel und Verfassungsschutz milde gestimmt seien.

Man könnte noch eine ganze Weile so fortfahren, allein mit Regression und Populismus des Herrn Lafontaine ließe sich gut und gerne eine mittlere Bibliothek füllen, deshalb möchte ich hier nur noch ein Beispiel anführen, das ich für besonders beschämend, besonders entlarvend und besonders verantwortungslos halte: Das Verhältnis der Linkspartei zu Karl Marx.

Auf den greift sie nur noch um der lieben PR willen zurück. Klassenkampf? Revolution? Nicht doch… Man ist ja immerhin kein Bolschewist. Aber als Plastikzwerg macht er sich ganz nett, der Herr Marx. Und nun trägt es sich zu, dass da Ikonen der Linkspartei auf Podien stehen, neben ihnen der verzwergte, lächerlich gemachte, wehrlose Marx, und davon reden, dass der „Neoliberalismus“ die „Soziale Marktwirtschaft“ verdorben habe, der „Mittelständler“ anders als die „Heuschrecke“ zu den Guten gehöre und die „Finanzmafia“ zwar zu „entmachten“, die „Realwirtschaft“ hingegen zu fördern sei, kurzum: Sie reden davon, dass der Kapitalismus eine schaffende und eine raffende Seite habe, und dass die deutschen Verhältnissen folglich gar nicht zu bekämpfen, vielmehr von vermeintlich schädlichen Einflüssen der USA und des Zinses abzuschirmen seien. (Die schädlichen Einflüsse des „ewigen Juden“ wird sich Mancher, der nun zur AfD gewechselt ist, stillschweigend dazu gedacht haben.)

So lebt die politische Ökonomie des Antisemitismus fort, und die meisten Linken, insbesondere der oder die dergestalt Agitierende, werden wohl wissen, dass als Dekoration zu solchen Reden ein braunes Abbild Gottfried Feders weitaus angemessener wäre. Kaum jemand aber, schon gar nicht mit Einfluss oder Posten, widerspricht. Warum? Wiederum wegen der machtpolitischen Interessen: Für Marx und gegen Feder zu reden, das bedeutete auch: Für ein dann mögliches Ausscheiden der Partei aus den Parlamenten, somit gegen die eigene Karriere zu reden. Wie viel leichter ist es da, einen braunen Diskurs zart zu bespielen! Und wenn der Herr Lucke dann das Selbe sagt, kann man immerhin noch die Urheberschaft reklamieren.

Das, werte Genossen von der Linkspartei, wird euch nichts helfen. Ihr habt es versäumt, die eigene Anhängerschaft politisch aufzuklären, habt stattdessen deren Ressentiments vor den eigenen Karren gespannt, und nun sind euch eben diese Anhänger davon und der originalen Ressentiment-Partei zu gelaufen. Und weil ihr den Leuten nie werdet bieten können, was die AfD ihnen bieten kann, weil ihr nie dieses bequeme Bild vom niedergedrückten, bedrohten Deutschland werdet zeichnen können, in dem aus Profiteuren Ausgepresste und aus Tätern Opfer werden, deshalb müsst ihr euch jetzt endlich entscheiden: Sozialismus oder Barbarei!

Sollte die Linkspartei auch weiterhin aus „Taktik“ Stimmungen bedienen, die der Barbarei Vorschub leisten, oder es auch nur unterlassen, diese mit aller Macht zu bekämpfen, so leistet sie ideologische Vorarbeit für jene völkische Welle, die derzeit durch Europa rollt und mit der AfD jetzt auch offiziell Deutschland erreicht hat. Und am Ende wird die Linkspartei selbst den Geistern, die sie rief, unterliegen. Es wäre nicht das erste Mal: Bereits die KPD versuchte, die Faschisten im Deutschnationalismus und im Antisemitismus zu übertreffen. Auch die damaligen Funktionäre verstanden unter einem Linksruck, dass sie Stimmen gewannen, und zu diesem Zweck verschoben sie den gesellschaftlichen Diskurs und die Partei selbst bedenkenlos nach rechts.

Die politische Rechte ist dumm geboren und hat seither nichts dazugelernt. Sie hat den Juden in den Zionisten, den Neger in den Asylanten und das gesunde Volksempfinden in den gesunden Menschenverstand umbenannt, aber inhaltlich steht sie da, wo sie auch schon im neunzehnten Jahrhundert stand.

Wie aber verhält es sich mit der politischen Linken? Das muss sich zeigen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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Gewalt ist eine Lösung

Ich denke, es ist Zeit, den Pazifismus endlich zu beerdigen. Tot ist er ohnehin bereits seit 1933, und mittlerweile verbreitet er den unangenehmen Geruch deutscher Ignoranz. Denn es geht eben nicht an, dass hier den Russen übel genommen wird, dass sie sich nicht haben auslöschen lassen, den Engländern, dass sie deutsche Innenstädte zerstörten, den Amerikanern die Atombomben auf Japan, und den Juden generell, dass sie keine Opfer mehr sein wollen, und sich dieser Mief, garniert mit Kalendersprüchen aus dem Munde des weisen Dalai Lama, dann noch „kritische Haltung“ schimpft. Tatsächlich ist die Position der reinen Gewaltlosigkeit im selben Maße unhaltbar, in dem sich ihre Befürworter argumentationslos in die Pose Karl Liebknechts werfen.

Zunächst: Ja, ich bin mir bewusst, dass dem Pazifismus ein bürgerlicher Block entgegensteht, der jenen verächtlich macht, um die eigenen Interessen künftig auch mit Gewalt durchsetzen zu können. Die nachfolgenden Sätze sollen diesem nicht den Weg ebnen, sondern ihm vielmehr eine Position entgegenstellen, die nicht bereits beim Hinweis auf die in der Tat gewaltsame Befreiung Europas vom Faschismus inhaltlich in sich zusammenfällt, wie es dem Pazifismus in allen Auseinandersetzungen der letzten Jahre zu Recht ergangen ist.

Dieses voraus gestellt behaupte ich, dass jene „kritische Haltung“ ein Privileg ist, das sich nur leisten kann, wer nie Ziel einer misanthropischen, gar auf Vernichtung abzielenden Ideologie geworden ist. Konstantin Wecker hofft also in einem seiner Gedichte, bei all dem Krieg auf der Welt wenigstens in seinem „Herzen (…) gewaltfrei zu bleiben“ – aber wer hofft denn da? In Summa: Ein erfolgreicher, beliebter, weißhäutiger, männlicher, heterosexueller Bio-Deutscher, wohnhaft in der BRD. Die Gewaltfreiheit wird ihm nicht schwerfallen, denn wer bedroht ihn denn?

2010 hat Joachim Gauck an der Linkspartei kritisiert, sie vertrete einen „taktische(n), aber kein(en) ethische(n) Pazifismus“. Nun würde mich interessieren, wie der Herr Bundespräsident denn sein eigenes Verhältnis zur Gewalt beschreiben würde – ist die Kriegshetze bei ihm moralisches Prinzip, oder verhält er sich in dieser Frage nicht gerade so, wie er unsereins vorwirft, nämlich taktisch im Sinne von: Den eigenen Interessen entsprechend, und denen der Nation, die er repräsentiert? Seine Kritik an der Linkspartei jedenfalls ist doppelt falsch. Erstens hat Gauck leider Unrecht, denn in der Tat vertritt die Linkspartei eine vulgären Pazifismus, dessen „Ethik“ sich darin erschöpft, den Westen alias „den amerikanische Imperialismus“ zu verdammen, und zweitens: Wenn es wäre, wie er behauptet, worin liegt dann seine Kritik? Etwa darin, dass auch Linke – wie er selbst – Gewalt dann für richtig halten, wenn es ihren politischen Zielen nützt, mit dem geringfügigen Unterschied, dass es uns nicht um eine möglichst dominante Stellung Deutschlands in Europa und der Welt geht, sondern um Freiheit, um Emanzipation, um ein möglichst gutes Leben für möglichst viele Menschen? Es wäre wünschenswert, wenn er sich damit abfinden müsste.

Und es wäre wünschenswert, wenn sich die politische Linke mit gewissen Zuständen nicht (!) abfinden würde. Als ich in die achte Klasse ging, fuhren wir gemeinsam ins Skilager. Dort eskalierte das Mobbing eines eitlen, aber dummen Schnösels, umringt von eitlen, aber dummen Blondinen, gegen eine Mitschülerin dermaßen, dass sie sich nicht mehr traute, zu den Mahlzeiten zu erscheinen. Wir, die wir erkannten, was passierte, und es verurteilten, waren alle miteinander fromme Vulgärpazifisten: Man hatte uns gelehrt, Konflikte „gewaltfrei“ zu lösen, verbal war jenen aber nicht beizukommen, also taten wir – nichts. Beim Gedanken an all das Leid, das diesem Mädchen hätte erspart werden können, wenn nur irgendwer, am besten sie selbst, besagtem Schnösel vor möglichst vielen Zuschauern möglichst hart auf die Nase geboxt hätte… Was ist denn eine schlimmsten Falls gebrochene Nase gegen Mobbing? Und selbst wenn: Leitete, wer da herzhaft drein boxte, wirklich, wie Wecker befürchtet, einen neuen „Kreislauf“ der Gewalt ein, oder zerstörte er oder sie nicht eher, wie Herbert Marcuse in „Repressive Toleranz“ ausführte, den bereits etablierten?

Mit dem selben Recht, mit dem im geschilderten Fall drein geboxt werden hätte sollen, mit dem haargenau selben Recht treten kurdische Milizen heute gegen IS an. Wir wissen, wer in diesem Konflikt der Aggressor ist, wir wissen, was mit denen passiert, die dem IS in die Hände fallen, wir wissen, wer für unsere Werte kämpft (Nicht für „westliche Werte“, an die sich der Westen noch nie gebunden gefühlt hat, sondern für unsere Werte, für die der Linken!) – es gibt keinen Zweifel, und weil es keinen gibt, sind viele Linke auch so wütend, wenn Cem Özdemir von den Grünen erklärt, es sei unmöglich, den IS „mit der Yoga-Matte unterm Arm“ zu stoppen. Warum trifft sie das so? Weil er Recht hat, und weil sie wissen, dass er Recht hat.

„Soll der Bayer doch nach Syrien gehen, wenn Krieg so eine tolle Sache ist!“, höre ich nun die Genossen grollen. Zugegeben, ich hänge an meinem einzigen Leben viel zu sehr, als dass ich mich von einem islamischen Klerikalfaschisten erschießen lassen wollte – und gerade deshalb bewundere ich jene, welche dem IS entgegentreten und den dafür notwendigen Mut und die Opferbereitschaft aufbringen. Was immer sie an materieller Unterstützung benötigen, was immer sie fordern, sie sollen es bekommen.

Der Herr Özdemir aber schweige, er liefere seine Waffen, sofern sie gewünscht werden, und schweige. Er und seinesgleichen mögen es unterlassen, sich zu feiern, von der „Verantwortung Deutschlands“ zu halluzinieren, enttabuisierte Diskussionen zu begrüßen, oder den simplen Akt, einer bedrängten Minderheit veraltete Waffen Zwecks Selbstverteidigung zu liefern, anderweitig zu instrumentalisieren. Es geht hierbei einzig um die Kurden und um deren Überlebenskampf, um die Zukunft tausender Menschen. Es geht bestimmt nicht um einen Platz an der Sonne für die deutsche Nation.

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BRD-Nostalgie

In die politischen Gesprächen der kleinen Leute, die sich mit zunehmendem Grausen von ihren parlamentarischen Vertreten abwenden, hat sich eine merkwürdige Sehnsucht eingeschlichen. „Früher“, ist man sich sicher, „hatten unsere Politiker noch Format!“ Nun – hatten sie welches?

Tatsächlich ist kaum eine Zeit mit mehr Mythen beladen als die ersten Jahrzehnte der BRD. Bei uns gilt bis heute ein Mann als „Vater des Wirtschaftswunders“, dessen wirtschaftliche Kompetenz sich im Wesentlichen darin äußerte, zur richtigen Zeit die Früchte der von den US-Behörden organisierten Währungsreform als persönliches politisches Kapital für sich verbucht zu haben. Ansonsten wurde Ludwig Erhard, diese Koryphäe der „Sozialen Marktwirtschaft“, primär dort tätig, wo es durch die Nazis enteignete Juden von ihrem rechtmäßigen Eigentum fernzuhalten galt. Und ja, das ließ er sich auch bezahlen. Ein korrupter, schmerbäuchiger Arier. Und den betet ihr an –?

Und was wir für Außenpolitiker hatten…! Einer klüger und entschlossener als der andere, und der größte von allen: Außenminister Genscher. Wer kennt den Namen nicht? Wer kennt nicht Klaus von Dohnanyi und Hildegard Hamm-Brücher? Jeder kennt sie. Politische Prominenz. Und zufällig tätig im Auswärtigen Amt, als eine Frau in Argentinien wochenlang gefoltert wurde, die weit weniger bekannt ist und über weit mehr Format verfügte als jene: Elisabeth Käsemann. Jene Frau, die ihre Menschen- und Bürgerrechte aus Sicht unserer werten Politprominenz wohl dadurch verwirkte, dass sie Linke war. Jene Frau, die zu retten eines einzigen scharfen Wortes aus dem Auswärtigen Amt an die argentinischen Verbündeten bedurft hätte, das allein deshalb nicht erfolgte, weil es dem DFB und der deutschen Rüstungsindustrie unangenehm gewesen wäre. Jene Frau, deren qualvolle Haft und kaltblütige Ermordung heute ein Schandfleck auf den Karrieren Hamm-Brüchers und Dohnanyis sind, weshalb diese „sehr bedauern“. Deutsche Schicksale. Und nicht einmal dazu kann sich Hans-Dietrich Genscher überwinden. Nicht einmal dazu reicht sein „Format“. Und den betet ihr an –?

Nicht zu vergessen der einzigartige Helmut Schmidt, den sie sich heute im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nur noch unter Hervorhebung seiner großen Verdienste zu kritisieren trauen. Dabei ist er die Verkörperung des Typus des reaktionären Sozialdemokraten, der seine Karriere auf dem Ausverkauf der Partei gründet: Gegen Ausländer, gegen Israel, gegen Sozialstaatlichkeit, gegen universelle Menschenrechte. Ein patriotischer Bildungsbürger mit Hang zu Autoritarismus. Und den betet ihr an –?

Warum? Und warum, Frau Wagenknecht, Herr Gysi, bedienen sie diese Stimmung?

Aber nicht nur jene drei, die ganze Zeit wird mit kindischer Verehrung überzogen. Als der Kapitalismus noch „sozial“ war, heißt es. Als sich die Politiker noch gestritten haben. (Allerdings nicht mit Kommunisten, die sie statt mit Argumenten dann doch lieber mit Berufsverboten bekämpften.) Als das Kapital noch schaffte und nicht raffte. Und eben, als die Politiker noch „Format“ hatten. „Format“? Pustekuchen.

Es ist eine Albernheit, an die damaligen politischen Figuren heranzutreten wie an Heilige. Sie sind keine gewesen. Ihre Politik diente haargenau wie die heutige den Interessen der deutschen Nation und denen des deutschen Kapitals.

Aus diesen Gegenüberstellungen, mit denen die kleinen Leute ihre Vertreter anzugreifen pflegen, spricht niedrigster, deutscher Untertanengeist. Sie beschweren sich, dass der König faul ist und säuft. Aber dass er herrscht…? Natürlich muss er herrschen. Ein König muss doch herrschen…! Wie die glorreichen Könige vor ihm.

Die BRD-Nostalgie legt sich heute wie ein fauliges Tuch über den oppositionellen Geist und erstickt ihn.

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Kommismief in Schloss Bellevue

§ 90 – Verunglimpfung des Bundespräsidenten

(1) Wer (…) durch Verbreiten von Schriften den Bundespräsidenten verunglimpft, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.
(2) In minder schweren Fällen kann das Gericht die Strafe nach seinem Ermessen mildern, wenn nicht die Voraussetzungen des § 188 erfüllt sind.
(3) Die Strafe ist Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren, wenn die Tat eine Verleumdung ist oder wenn der Täter sich durch die Tat absichtlich für Bestrebungen gegen den Bestand der Bundesrepublik Deutschland oder gegen Verfassungsgrundsätze einsetzt.
(4) Die Tat wird nur mit Ermächtigung des Bundespräsidenten verfolgt.

Geehrte Leser, ich bin kein Bundespräsidentenverunglimpfer, ABER…

Er speit nur Gift
und lächelt dabei sacht.
Wen sein Gift trifft,
hat niemals Macht.

Dies Gift besteht aus Worten,
die niemand recht versteht.
Der Kleinbürger Kohorten
halten es für Pietät.

So wird da fromm verkündet,
wie „mutig“ Sarrazin doch sei.
Soziale Verachtung, rassistisch begründet,
geht unserm Herrn am Arsch vorbei.

„Die Vergangenheit der Linken ist finster verhangen.“,
spricht der Bourgeois und guckt finster drein.
Snowden jedoch hat „puren Verrat“ begangen.
Und jener will Bürgerrechtler sein?

Tobt „Tugendterror“ übers Land
und manches Mannsbild kommt ins Wanken:
Wer hält den Feminazis stand?
Wir haben ihm alle viel zu verdanken…

Und seht, wie er über Kriegsgegner lacht!
Hundert Jahre nach dem Massenmord im Graben.
Einmal mehr ist der Beweis erbracht:
Wer stramm steht, muss kein Rückgrat haben.

Und Deutschland soll wieder erwachen –
wer redet hier von Griechenland?
Andre Nationen „niedermachen“!
Es leben Krieg, und Sieg, und Schland!

Löschten Deutsche ein ganzes Dorf aus,
besülzt er die Opfer wie besessen.
Betrauert die Toten, Haus für Haus…
Der Lebenden Geld aber hat er vergessen.

„Hartz4 ist schon eine feine Sache!“,
sagt er, und verspeist ein noch feineres Menü.
Preußens rabenschwarze Rache:
Kommismief in Schloss Bellevue

Und vergesst nie, wem wir ihn verdanken –
wie auch die im Wüstensand liegenden Toten,
wie auch die neue „Freiheit“ diverser Banken:
Den Grünen, und den blässlich Roten.

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Der Tragödie andrer Teil

Es passiert wieder: In Nahost eskaliert die Gewalt – und in Deutschland gehen Rationalität und kritisches Denken flöten. Was vom verkappten Antisemitismus eines Ken Jebsen, der auch ohne Nahost schon ein beträchtliches Maß an Wahnsinn zustande bekommt, und seinen „linken“ Verbündeten zu halten ist, war hier bereits zu lesen. Nun hat sich aber auch Deniz Yücel zu Wort gemeldet und dabei einmal mehr den Beweis erbracht, dass es eben auch auf der anderen Seite kritikwürdige Positionen gibt.

Die Idee, es gebe irgendwelche „Völker“, darunter auch ein „deutsches“ und ein „jüdisches“, welche sich grundsätzlich voneinander unterschieden, ist eine wichtige Grundlage rassistischen, antisemitischen und völkischen Denkens. Nicht vollständig fanatisierte Linke versuchen, diese Idee zu erkennen, wo sie auftaucht, um ihr dann einen scharfen Humanismus entgegensetzen zu können. Wir vollziehen das völkische Denken also nach, ohne es uns zu eigen zu machen. Anders unser Klugschreiber:

„Darin sind sich fast alle Kommentatoren und ihre Leser einig: Natürlich dürfe man Israel kritisieren. (…) Nein, du darfst nicht. Es gibt kein Menschenrecht auf Israelkritik.“

Ein „Menschenrecht“ nicht. Aber ein Bürgerrecht, nämlich die Meinungsfreiheit. Herr Yücel, dessen Gesinnungsgenossen eben diese Meinungsfreiheit gerne als Zeichen westlicher, zivilisatorischer Überlegenheit deuten, dabei aber die koloniale Vorgeschichte vergessen, wird das doch wohl wissen. Wie also habe ich dieses Bürgerrecht verwirkt?

„Und schon gar nicht (gibt es ein Recht auf Israelkritik) für dich (den deutschen Leser). Nicht als Nachkomme jener Leute, die die Vernichtung der Juden von Europa geplant und durchgeführt haben.“

Ja, das ist ernst gemeint. Der werte Herr Yücel wirft seinen Gegnern tatsächlich deren Vorfahren samt ihrer Taten vor, ganz so, als gäbe es da irgendeine mystische Verbindung… Sein Nazismus mit umgekehrten Vorzeichen mündet hier in einen biologischen Rassismus gegen von ihm so definierte „Deutsche“, der nur deshalb ungefährlich ist, weil er sich gegen die Mehrheitsgesellschaft richtet. Erzreaktionär, aber belanglos, und wäre das der einzige Rassismus, der derzeit in der Linken umherschwirrt, so könnte mensch, belustigt über die neuste ideologische Verirrungen, müde lächelnd vorübergehen.

Nun, es ist nicht der einzige Rassismus. Eine von mir eigentlich wegen ihrer Aufklärungsarbeit geschätzte Seite hat kürzlich berechtigt den NRW-Linken Niema Movassat wegen seiner mangelnden Sensibilität gegenüber dem gerade hochkochenden Antisemitismus angegriffen, dann aber – ganz und gar nicht berechtigt – dessen „Abstammung“ ins Spiel gebracht. Die Antwort auf meine kritische Nachfrage lässt sich polemisch, aber ehrlich so zusammenfassen, dass Antisemitismus im Grunde eine Art Rassenmerkmal der Araber sei. So wird dann auch des Herrn Movassats Hautfarbe zu einem sehr bedeutenden, fast zwingenden Hinweis auf eine antisemitische Gesinnung… Rassismus? Macht nichts, die Damen und Herren Seitenbetreiber sind „Ideologiekritiker“ – die dürfen das.

Aufschlussreich war auch das linke Echo auf eine Aktion der Bildzeitung. Diese hatte ihren Lesern die unerträgliche Provokation zugemutet und „Nie wieder Judenhass!“ getitelt. Statt nun zu reflektieren, warum ausgerechnet die BILD diese Position
einnimmt – nämlich, weil der Springer-Verlag wie fast die gesamte nicht-faschistische, deutschnationale Rechte begriffen hat, dass die Aussöhnung mit Israel, die es niemals geben kann, Bedingung ist für die Rehabilitierung der deutschen Nation, die es niemals geben darf – wurde die BILD über Nacht zum liebsten Freund der emanzipatorischen Linken. Vergessen waren die Tiraden gegen „faule Griechen“ und „Zypr-Idioten“, falls sie diesen Teil der Linken je interessiert haben sollten.

Nun hat die BILD aber wenige Tage später freundlicher Weise die hässliche Seite ihrer bedingungslosen Solidarität mit Israel in Form eines rassistisch verhetzten Kommentars gegen den Islam gleich mitgeliefert. Autor ist Möchtegern-Sarrazin Nicolaus Fest, der sich dafür sogleich die verdiente Anzeige einfing.

Sanft bloßgestellt durch den strategischen Fehler ihres neu gewonnen Verbündeten sahen sich daraufhin die hauptamtlichen „Islamkritiker“ der „Aktion 3. Welt Saar“ genötigt, eine Stellungsnahme herauszugeben. Überschrift:

„Strafanzeige gegen BILD-Journalisten lenkt von islamischen Antisemitismus ab.“

Aha. Nun, das tut der „Faust“ auch. Und sollte Goethe selbst noch nicht des Antisemitismus überführt sein, so empfehle ich, dessen Definition noch ein wenig zu erweitern. So soll Goethe einmal Mitgefühl mit hungernden, da arbeitslosen Strumpfwirkern gezeigt haben – da wird doch was zu machen sein… Weiter:

„Nicht Islamkritik ist rassistisch, sondern die Ausgrenzung von Flüchtlingen.“

Sagen wir: Islamkritik ist nicht immer rassistisch. In den meisten Fällen ist sie es aber eben doch, wie auch „Israelkritik“ fast immer antisemitisch ist. (Damit ist zur Richtigkeit der Kritik übrigens noch gar nichts gesagt.) Das hindert die „Aktion 3. Welt Saar“ nicht, Herrn Fest zum Aufklärer zu stilisieren, der „islamischen Antisemitismus (…) benenn(t) und problematisier(t)“, nur um zwei Absätze später zuzugeben, dass jener sehr wohl „rassistische Ressentiments“ bedient. Und das will etwas heißen, denn nach deren Lesart beginnt Rassismus grundsätzlich erst mit der konkreten „Ausgrenzung von Flüchtlingen“. Wohlgemerkt, das kommt von Leuten, die in „personalisierter Kapitalismuskritik“ bereits Antisemitismus sehen. Wenn aber diesen Flüchtlingen – eben nicht nur in „Teilen“ – auf Grund ihrer religiösen Zugehörigkeit und des Kulturkreises, aus dem sie stammen, pauschal Antisemitismus vorgeworfen wird, findet keiner was dabei. Auch Herr Yücel nicht:

„Ein Gutes hatten die antisemitischen Parolen auf den Demonstrationen: Seither gibt es etwas, was man hierzulande nur noch aus Studien kannte: leibhaftige Antisemiten. Die heißen Mohammed und Laila und Kemal und rufen Dinge, die sich nicht gehören.“

Kein Michael? Keine Karin? Nein….? Ein Glück, dass wir solch scharfsinnige Journalisten haben. Und während der deutsche Kleinbürger noch aufatmet und sich über seine Generalabsolution freut, bleibt mir nur die Frage: Wer entreißt solchen „Antideutschen“ endlich ihren Ehrentitel?

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